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Indigene Völker und Erdölförderung Die Exploration und Förderung von Erdöl ist für die Konzerne ein lukratives Geschäft. Die Kosten, welche dabei anfallen, werden allzu gerne auf Mensch und Umwelt abgewälzt. In besonderem Ausmass sind indigene Völker davon betroffen, da ein Grossteil der Erdöl- und Erdgasvorkommen in ihren Gebieten zu finden ist. Verseuchte Böden und Flüsse, vertriebenes Wild sowie der Bau von Strassen sind Beispiele für die fortschreitende Zerstörung der Lebensgrundlagen indigener Völker und damit einhergehend ihrer sozio-kulturellen Strukturen. Im Rahmen einer infoe-Studie werden einige Fallbeispiele aus unterschiedlichen geographischen Gebieten einander gegenübergestellt. Die Auswirkungen des Erdölgeschäfts, die Strategien der Konzerne und Regierungen sowie weiterer, internationaler Organisationen, aber auch die verschiedenen Gegenstrategien der Indigenen bilden dabei den Untersuchungsgegenstand. AG Indigene Völker und Erdölförderung Die AG indigene Völker und Erdölförderung (AG Erdöl) ist aus der Arbeit an der infoeStudie Nr. 12 (Haller et al. 2000. Fossile Ressoucen, Erdölkonzerne und indigene Völker. Focus Verlag: Giessen) entstanden (700 Seiten, diverse Karten und Abb; 50.00 Sfr., zu bestellen bei infoe CH). Sie beschäftigt sich mit dem Updaten dieser Studie, die auf Englisch, Spanisch und Russisch übersetzt werden soll, sowie mit der Verbreitung des Buches. Des Weiteren werden die bereits behandelten Fallbeispiele vertieft und Literatur für eine Datenbank gesammelt. Ein zweiter Bereich betrifft die Zusammenarbeit mit in diesem Bereich tätigen NGOs weltweit (z.B. die US-NGO Project Underground) und indigenen Organisationen aus verschiedenen Ländern, in welchen Erdöl und Erdgas gefördert wird. Diese Zusammenarbeit richtet sich nach den Kriterien der Aktionsethnologie: Auf Anfrage und in Abstimmung mit indigenen Organisationen sind wir dort tätig und betreiben Lobbyarbeit, wo die Indigenen unsere Unterstützung brauchen. So hat die AG bis anhin vor allem mit der Ogoni-Organisation MOSOP (Movement for the Survival of the Ogoni People) zusammengearbeitet. MOSOP und infoe CH organisierten am 8.12.2001 eine Pressekonferenz zu den gesperrten Konti des verstorbenen nigerianischen Diktators Sani Abacha, an welcher Ogoni-Vertreter einen Anteil an diesen Geldern forderten (siehe auch Rundbrief Nr. 26, 1/01). Zudem hat eine infoe-Mitarbeiterin eine NGO-Evaluation betreffend des Images von MOSOP in Europa zuhanden der Organisation durchgeführt. Ein dritter Bereich betrifft die Teilnahme an der Diskussion zu einem Verhaltenskodex für Erdölkonzerne, die von der deutschen kirchlichen Organisation Brot für die Welt vor zwei Jahren initiiert wurde. Bedingungen für die Mitarbeit sind eine infoe-Mitgliedschaft sowie eine aktive Teilnahme an den diversen Aktivitäten der Arbeitsgruppe. |